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Die braven und die unartigen Kinder unterscheiden – eine Weihnachtsgeschichte

Im Glauben kleiner Kinder beobachtet der Weihnachtsmann alle, um zu unterscheiden, wer brav und wer unartig war. Etwas Ähnliches wollen auch viele Politiker: Sie wollen alle Menschen beobachten, um die Braven und Unartigen bei Bildern von Überwachungskameras unterscheiden zu können.

Einen solchen Versuch gibt es beim S-Bahnhof Südkreuz in Berlin. Dafür haben sich 300 Testpersonen freiwillig als unartig ausgegeben, wofür sie vom Weihnachtsmann Thomas de Maizière Geschenke bekommen haben.

Diese Unartigen wurden von den automatisierten Elfen zu 70% korrekt erkannt, wie die Hirsche Rentiere diese Woche bekannt gaben . Und die Braven wurden zu 1% fälschlicherweise als unartig erkannt, weshalb sie ohne Nachtisch zu Bett gehen mussten.

Der Knecht Ruprecht aus Bayern, Joachim Herrmann, findet das ganz toll und will auch so tolle automatische Elfen.

Aber ist das denn gerecht für die braven und artigen Menschen? Nehmen wir ein Beispiel: Am Münchener Hauptbahnhof kommen jeden Tag 450.000 Menschen durch, brave und unartige.

Nehmen wir an, dass davon jeder 1000ste so unartig ist, dass er wirklich von den lebendigen grünen Elfen gesucht wird, also 450. Wie viele werden dann richtig als unartig erkannt? 450×70% sind etwas mehr als 300, also ein Drittel der unartigen wird unerkannt davonkommen.

Bei den Braven und Artigen sieht es anders aus: Von den 449.650 wird 1% falsch als unartig erkannt, also mehr als 4.400. Das sind 10-mal so viele, wie es unartige überhaupt gibt. Das System funktioniert also nicht.

Nein, lieber Weihnachtsmann und lieber Knecht Ruprecht, Eure automatischen Elfen sind nicht gut.

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