Paranoia als Helfer – Gedanken zur Hilfe für Geflüchtete und Überwachung

BY-CC-SA 2015 Thomas Mayer

Als am Montag, 31.08. die ersten Züge mit Geflüchteten in München ankamen, haben sich spontan Freiwillige gefunden, die helfen wollten.

Auch ich habe mich am Abend nach der Arbeit zum Hauptbahnhof begeben, um zu helfen.

Viele der Geflüchteten wollten zunächst nichts essen, so dass die Helfer aus der Säulenhalle am Starnberger Bahnhof auf den Vorplatz ausgewichen sind, wo die Busse für den Transport der Geflüchteten in die Unterkünfte standen, während sich die Geflüchteten weiterhin in der Säulenhalle aufhalten mussten.

Viele haben dann ihre Smariphones gezückt, um Kontakt zu Verwandten und Bekannten über das Internet halten. Sofort habe ich mich entschlossen, mit meinem Mobiltelefon einen mobilen Hotspot mit dem Namen „RefugeesWelcome“ zu eröffnen und mich zwischen die Polizisten zu stellen, um ihnen die Möglichkeit zur Kommunikation zu geben.

Nach kürzester Zeit waren mehr als 20 Clients mit dem Hotspot verbunden, zeitweise war die maximale Anzahl von 32 Verbindungen erreicht.

Die übertragene Datenmenge auf dem Hotspot am 01.09.2015 zwischen 0:00 und 2:00 Uhr

Die übertragene Datenmenge auf dem Hotspot am 01.09.2015 zwischen 0:00 und 2:00 Uhr


Dabei hatte ich mir durchaus Gedanken gemacht, ob ich das Risiko eines mobilen Hotspots eingehen sollte. Die Geflüchteten kommunizieren über meinen Anschluss mit Personen in Syrien, was dazu führen kann, dass bei Geheimdiensten die Alarmglocken schrillen.

Mir ist auch klar, dass Facebook und WhatsApp dazu dient, dass Geflüchtete mit Schleusern Kontakt aufnehmen.

Ob ich jetzt interessant als Zielperson für NSA und Co. bin, weiß ich nicht. Alleine, dass die Möglichkeit besteht, hätte dazu führen können, dass ich Hilfe verweigert hätte können. Schade, dass Überwachung zu einer solchen Reaktion führen kann.

Am Dienstag haben die Mitglieder von Freifunk München ein Netz aufgebaut, das dann zur Verfügung stand, danke noch einmal an alle, die dort mitgearbeitet haben.

Thomas Mayer
Vorsitzender Piratenpartei München


Kommentare

2 Kommentare zu Paranoia als Helfer – Gedanken zur Hilfe für Geflüchtete und Überwachung

  1. Flo schrieb am

    Art 1 der Bay. Verfassung lautet:
    Bayern ist ein Polizeistaat.

    Im Radio heißt es deshalb schon: Das Wetter für den Polizeistaat äh Freistaat.

    Deshalb: CSU raus aus Bayern!

    Laßt uns Piraten wählen!

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